Foto-Stacking in der Natur: Makroschlitten im Praxistest

Foto-Stacking in der Natur: Makroschlitten im Praxistest

Wieso der Makroschlitten viele Vorteile für präzise Aufnahmen bietet und wie man mit ihm atemberaubende Momente festhalten kann, die man mit dem bloßen Auge sonst nicht so häufig betrachtet; diesen Fragen ist der Natur- und Landschaftsfotograf Florian Kunde in einer Zusammenarbeit mit uns auf dem Grund gegangen. Zum Launch unseres Makroschlittens hatte er die Möglichkeit, diese auf Herz und Nieren zu testen.
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Welche Erfahrungen er machen konnte und wieso er bei Makrofotografien im Outdoorbereich den Schlitten nutzt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Das Spiel von Schärfe und Unschärfe

Florian Kunde hat bereits früh seine Leidenschaft für Fotografie entdeckt und so auch sein Studium mit dem Fokus auf Fotografie belegt. Persönlich arbeitet er gerne mit einem guten Mix aus Schärfe und Unschärfe in seinen Bildern. Sein Ziel: Der Betrachter seiner Bilder kann sich als versteckter Beobachter seiner Szene fühlen. „Als würde man selbst durch das Gras oder die Blätter hindurchschauen können.“, so Kunde.

Rollei Makroschlitten

Kamera Brennweite ISO Blende Belichtung
Fujifilm X -T3 56 mm 160 f/1.4 1/640 Sek.

Neben großen und weiten Landschaften hält er gerne Momente fest, bei denen sich einer detaillierter Blick lohnt – der Moosteppich im Wald, die Blumen am Gehwegrand, kleine Krabbeltiere im Garten und vieles mehr. Jedoch stellt dies auch einen geübten Fotografen vor eine gewisse Herausforderung. Je näher man sein Objektiv an das gewünschte Motiv bringt, desto kleiner wird der Schärfe-Bereich. Möchte man mehr Schärfe in sein Bild bekommen, braucht man aber deutlich mehr Licht und verliert das schöne Bokeh einer Offenblende.

Fokus-Stacking oder auch Makro Stacking kann dabei Abhilfe schaffen. Hier werden mehrere Aufnahmen des Bildes erstellt und zu einem finalen Ergebnis zusammengefügt. Um die dafür notwendigen millimetergenauen Verschiebungen zu ermöglichen, bietet sich der Makroschlitten optimal für diese Arbeiten an. Der Fotograf selbst nutzt auch bereits lange die Rollei-Produkte und war deshalb erfreut, das Hilfsmittel direkt in der Praxis testen zu können.

Makro-Fotografie mit millimetergenauer Präzision

Um Vorher-Nachher-Bilder mit und ohne Macro Rail zu simulieren, hat sich der Fotograf sein Setup zuhause noch einmal aufgebaut. Ohne den Makroschlitten war das Makro-Stacking nicht möglich, beziehungsweise gab es teilweise unscharfe Partien. Mit dem verbauten Kurbelgewinde, welches den Makroschlitten und die darauf montierte Kamera präzise in individuellen Abständen bewegt, war es möglich diese fein säuberlichen Aufnahmen zu erstellen. In der digitalen Nachbearbeitung konnte er die Bilder zu einem typischen Makro-Stacking zusammenfügen und erhielt das gewünschte Ergebnis.

Rollei Makroschlitten

Praxistest: Foto-Stacking mit dem Makroschlitten

Um den Makroschlitten in Kombination mit dem LUMIS Solo 2 in der Praxis genauer unter die Lupe nehmen zu können, ist Florian Kunde in den Kummerfelder Forst gefahren. Dieser bietet sich durch die große Mooslandschaft optimal für Makro-Stacking an. Für die Aufnahmen hat er neben seiner Fujifilm X-T3 auf das Viltrox Objektiv 56 Millimeter f/1.4 gesetzt. Um den Makroschlitten optimal platzieren zu können, benutze er zusätzlich das Compact Traveler Mini M-1. Das Mini-Stativ erlaubte ihm, auch Aufnahmen in Bodennähe zu erstellen.

Rollei Makroschlitten

Kamera Brennweite ISO Blende Belichtung
Fujifilm X -T3 56 mm 160 f/1.4 1/640 Sek.

Für das Foto-Stacking-Setup positionierte der Fotograf die Kamera auf dem Makroschlitten montiert vor einem mit Moos bedeckten Baumstamm. Aufgrund des wechselhaften Wetters bei seinem Shooting griff er auf die LED-Würfel LUMIS Solo 2 zurück. Für die gezielte Lichtsetzung in diesem Setup nutze er ein mit einem orangenen Farbfilter präpariertes Gerät und einen weiteren LUMIS Solo 2 mit aufgesetztem Spotvorsatz in dem rechten Bereich des Bildes. Diese dienten dazu, die Sonnenstrahlen zu simulieren. Mit einem weiteren Gerät strahlte Kunde die Moosschichten von der linken Seite aus an. Hierbei verwendete er einen blauen Farbfilter, um einen Kontrast im kühleren Ambiente zu erzeugen.

Rollei Makroschlitten Behind the Scene

Kinderleichte Kamera-Fahrten

Bei seinem Test hat Florian Kunde neben dem klassischen Einsatz des Makroschlittens für das FotoStacking auch die Möglichkeit für einfache Kamera-Fahrten besonders fasziniert. Dies hat er auch gleich mit einer Kamera-Fahrt im Wald getestet und hat hierfür ein weiteres Mal einen moosbedeckten Baumstamm als Motiv gewählt. Hierbei wollte er die Tautropfen, die noch auf dem Moos zu sehen waren, mit als besonderes Highlight aufnehmen. Um diese noch mehr in Szene zu setzen, griff er wieder auf ein LUMIS Solo 2 zurück. Für einen gerichteten Lichtstrahl nutzte er auch dieses Mal wieder den im Lieferumfang enthaltenen Spotvorsatz.

Rollei Makroschlitten Behind the Scene

Um „nahezu ruckelfreie“ Aufnahmen zu erstellen, empfiehlt Florian Kunde, hierfür den Widerstand der Kurbel anzupassen. Bei der Erstellung der Aufnahmen ist ihm aufgefallen, dass der Fokus über die Kurbel am Makroschlitten präziser und einfacher zu betätigen ist als über das Objektiv selbst.

Darüber hinaus rät der Fotograf, diese Aufnahmen zusätzlich im Zeitlupenmodus zu erstellen, wenn die eigene Kamera diesen Modus unterstützt. Dies erleichtert ihm nicht nur das Ausgleichen des Makroschlittens bei jeder Fokussierung, ohne das Motiv zu verwackeln, sondern vereinfacht ihm auch die digitale Nachbearbeitung der Kamera-Fahrt.

Makroaufnahmen im Garten – Motive gezielt in Szene setzen

Um den Makroschlitten nochmal bei einem anderen Setup testen zu können, baute der Fotograf auch ein zweites Setup im heimischen Garten auf. Er entschied sich, die blühenden Krokusse und das dazwischen befindliche Gras als Motiv zu nutzen.

Um eine schöne Bildkomposition in Bodennähe zu realisieren, setzte er auch bei diesem Setup den Makroschlitten in der Kombination mit dem Compact Traveler Mini M-1 ein. Um das Hochformat zur ermöglichen, kippte er den Kugelkopf des Stativs um 90 Grad.

Rollei Makroschlitten behind the Scene

Besonders bei diesem Setup ist ihm die Herausforderung von Makrofotografie bewusst geworden. Sobald er die Aufnahmen offenblendig gestaltete, fehlte ihm die Schärfe des Bildes beziehungsweise der Fokus in dem Motiv. In den Augen des Fotografen war damit auch der Kontext seines Bildes verloren. Um mehr Schärfe zu erhalten, hat er im Gegenzug probiert, abzublenden. Jedoch führte dies zum Verlust des tollen Bokehs, welches das Viltrox-Objektiv gerade auszeichnet.

Deshalb bietet der Makroschlitten, aus Sicht von Florian Kunde, die optimale Lösung. Mit dem Intervall-Timer seiner Kamera konnte er in einem Intervall von 20 Bildern mit je zwei Sekunden Pause dazwischen die Aufnahmen kinderleicht erstellen. In den zwei Sekunden Pause drehte er die Kurbel des Schlittens um wenige Millimeter und veränderte damit den Fokusbereich seines Bildes.

Wie die Bilder in der Schnellansicht aussehen, können Sie am folgenden Beispiel sehen. Neben dem finalen Ergebnis, bei dem die einzelnen Aufnahmen „gestapelt“ wurden, ist deutlich erkennbar, wie sich bei jeder Aufnahme der Fokus verschob.

Makroschlitten

Kamera Brennweite ISO Blende Belichtung
Fujifilm X -T3 56 mm 160 f/1.4 1/640 Sek.

 

Das Fazit des Fotografen zum Makroschlitten

Bereits das Design des Makroschlitten hat Florian Kunde überzeugt. Hinzu kommt, dass das Gewinde mitsamt der Kurbel sehr robust ist. „Ich kann den Makroschlitten in meinen Kamerarucksack werfen, ohne Sorgen zu haben, dass er dabei beschädigt werden könnte”, so der Fotograf.

Er wies darauf hin, dass die Kurbel und je nach Sitz der Kamera einzelne Rädchen etwas schwieriger zu erreichen sind, dies im Ganzen ihn aber nicht an den Arbeiten mit dem Makroschlitten gehindert haben. Das nehmen wir als Feedback natürlich sehr gerne auf und werden dies bei der Überarbeitung des Produktes berücksichtigen.

Neben seiner Kamera, die in Kombination mit dem richtigen Objektiv von Haus aus einen integrierten Stacking-Modus bietet, sieht er den Makroschlitten als optimale Ergänzung. Gemeinsam mit dem Schlitten kann er Stop-Motion-Bilder und noch präzisere Stacking-Aufnahmen erstellen. Auch für (Dolly-) Kamera-Fahrten kann der Fotograf den Makroschlitten nur empfehlen.

Rollei Makroschlitten

Kamera Brennweite ISO Blende Belichtung
Fujifilm X -T3 56 mm 160 f/1.4 1/640 Sek.

 


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